Die Offenbach/Frankfurter Künstlerin Parastou Forouhar wurde vor einigen Tagen am Flughafen in Teheran an ihrer Heimreise gehindert.

http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5986&key=standard_document_38423477

Wie jedes Jahr seit 1998 reiste anlässlich des Todestages ihrer Eltern, die in ihrem Haus ermordet worden waren, nach Teheran.

Wie jedes Jahr marschierte sie vom Haus zum Friedhof und gab Interviews.
Jedes Jahr machten sich ihre Familienagehörigen und Freunde Sorgen darüber, ob sie auch wieder heil heimkommt.

Wie immer vertraute und vertraut sie auf ihre internationale Bekanntheit.

Nun, 11 Jahre nach der Ermordung ihrer Eltern, wurde sie an der Ausreise nach Deutschland gehindert und am Montag wird sie angeklagt.

Es wird ein weltweiter Entrüstungssturm erforderlich sein, ihre Freiheit und womöglich ihr Leben zu retten.

Wenn ich herausgefunden habe, wohin die Proteste zu richten sind, werde ich weiter berichten.

Heute, am 11.12. gibt es im SWR um 23 Uhr 30 eine Sendung in der Reihe Nachtkultur, der link ist in Wassilys Kommentar.

Hier noch weitere Informationen:

Im Martin-Gropius-Bau ist noch bis zum 18.1.2010 die Ausstellung Taswir Islamische Bildwelten und die Moderne zu sehen.

Die, in dem Link versteckte Computergraphik mit dem Titel „Rot ist mein Name- Grün ist mein Name“ aus dem Jahr 2008 stammt von der iranischen Künstlerin Parastou Forouhar, der vor 6 Tagen die Ausreise aus dem Iran verweigert wurde.

Hier noch ein Zitat aus der NZZ Online
zu der unter dem ersten link versteckten Computergraphik, die auch auf einer Ausstellung in Wien zu sehen war.:

„Fast hinterhältig mutet es an, wie das Gleichmass der Patterns auf den digitalen Zeichnungen von Parastou Forouhar – es geht darin um den politischen Mord an den Eltern der iranischen Künstlerin – durch verzweifelt die Hände ringende und sich duckende Figuren durchbrochen wird. Beeinflusst von altpersischen Miniaturen, beschreibt sie eine totalitäre Gesellschaftsordnung als Ornament, das aus Messern und männlichen Geschlechtsorganen besteht und kein Ausscheren des Individuums erlaubt.“

Nicht nur der Direktor des Martin-Gropius-Baus setzt sich öffentlich für ihre ungehinderte Ausreise aus dem iran ein, sondern eine breite Öffentlichkeit.

In dem Link unter ihrem Namen ist die Solidaritätsseite auf facebook versteckt, die es in den paar Tagen auf immerhin 592 Fans gebracht hat.
Auch ohne Gratisbackwarenpromotion , die Starbucks die über 5 Millionen Facebookfans beschert hat, sollte es möglich sein, den Namen Parastou Forouhar wenigstens solange auf allen Kanälen in den Nachrichten zu halten, bis sie wieder ausreisen und taswir machen darf, ohne im Feuer zu brennen.

Und besucht die Ausstellung im Martin Gropius-Bau, da liegt eine Unterschriftenliste zur Übergabe an den iranischen Botschafter aus.

Hier ist noch ein link zu einem Video über eine Ausstellung im Museum Belvedere in Wien:

Darin kommt auch Parastou zu Wort.

Wir sind wertvoll !

Unterschiedlich, aber wir sind was wert, echt !

Hier könnt ihr euren Marktwert testen:

http://bizinformation.org/de/www.gegenhund.org

und die Protesten dagegen hier auf prohund:

http://www.prohund.net/index.php?topic=194.0

Na ja, und wo ist die passende Börse zur Realisierung des Marktwertes ?

my lovely threesome

sind, wie der Name schon sagt, drei Musiker.

Sie sind lovely, also sehr nett.

Ich habe ihre Telefonnummern, also sind sie auch irgendwie “mine”.
Wer sind die drei ?

Also die Julia Pellegrini stammt aus Freiburg und hat einen Nachnamen, der an edles italienisches Mineralwasser erinnert.
Sie studiert in Mannheim Jazzgesang an der staatlichen Musikhochschule und macht dieses Jahr ihren Abschluss.

Deshalb habe ich die die qypeverortung auch auf die Adresse der staatlichen Musikakademie und nicht auf ihre derzeitige Studentenadresse in der Käfertalerstr.17 in Mannheim gelegt.

Ihre Stimme erinnert mich aber nicht an italian sparkling mineralwater, sondern eher an Diana Krall.
Super sag ich euch, sie hat es drauf !

Begleitet wird ihre Stimme von der electric/accoustik Gitarre mit Arthur Braitsch aus Rottweil, der das Studium an der Hochschule in Mannheim zwar hingeschmissen aber in L.A. (Los Angeles) weitergeführt hat und auch in der Band von cris Cosmo spielt und von Michel Fischer, dem Allgäuer aus Memmingen am Schlagzeug, der sein Studium in Mannheim bereits abgeschlossen hat.

Die drei “threesomes” sind super, sie sind professionell und machen gute Laune, sie sind loevly und wenn ihr sie gehört habt, sind sie euch…oder euer.
Selbst sagen sie über sich :
Können radiotaugliche Songs unbeschadet auf jazzige Sounds treffen? Kommt der treibende Bass tatsächlich aus der einfachen Akustik Gitarre? Können clubtaugliche Beats auch von einem simplen Percussion-Set produziert werden? Ja, ja und … ja! Auch wenn der Zuhörer staunt, dass hinter diesen klanglich ausgereiften Songs nur drei Leute stecken – bei My Lovely Threesome vereinen sich groovige Elektro-Beats gekonnt mit akustischen Sounds, trifft der jazzige Background der drei Spieler auf ihre Vorliebe für singbar grooviges Songmaterial. Die Kombination Gitarre, Percussion, Gesang ergänzt sich nicht zu wohlbekanntem Aktustik-Mainstream sondern kreiert mit Glockenspiel, Vocoder und dreistimmigem Satzgesang einen neuen sommerlich frischen Sound der sich im Rhythmuszentrum des Gehirns festsetzt. Und nicht mehr loslässt!

TRAURIGE TROPEN

Volle Qypeehrlichkeit: Ich war da noch nicht , aber Willi war schon da. Das liegt fast 30 Jahre zurück, aber ich erinnere mich, dass er von seiner Einbaumfahrt im basilianischen Regenwald , eine Anekdote zu erzählen hatte.

Die ging so:
Der touristischen Einbaumfahrer machte in der Wildnis Pause, ergötzte sich an der überbordenden Natur und kam sich vollkommen einsam und einzigartig vor und dann kam plötzlich hinter dem Baum ein (Lehrer)kollege hervor und sagte: “Ha Willi, du bisch jo au do !”

Das ist die Geschichte zu dem Platz oder einem Platz in der Nähe dieses Platzes und die Geschichte der bildungs- und welteroberungshungrigen deutschen Deutschlehrer der 70er Jahre und der Einstieg zu einem Beitrag über Claude Lévi-Strauss ,der am 28.11.2008 hundert Jahre alt geworden ist (ER LEBT ! s.u. Kommentare ) und der in den Siebzigern mit seinen “Traurigen Tropen” die Lehrer und Philosophen und Anthropologen und Studenten geradezu in den Dschungel trieb.

Und der letzte Satz der “Traurigen Tropen” ist der längste Satz, den ich je gelesen habe, fast auswendig kann und auf einer einsamen Insel ohne qype und sonstige Ablenkungen als Mantra laut vor mich hersagen würde und der so ziemlich alles beinhaltet, was noch zu sagen wäre, lautet so:

“Sowenig das Individuum in der Gruppe und eine Gesellschaft unter den anderen allein ist, sowenig auch ist der Mensch allein im Universum. Wenn der Regenbogen der menschlichen Kulturen endlich im Abgrund unserer Wut versunken sein wird, dann wird – solange wir bestehen und solange es eine Welt gibt – jener feine Bogen bleiben, der uns mit dem Unzugänglichen verbindet, und uns den Weg zeigen, der aus der Sklaverei herausführt und dessen Betrachtung dem Menschen, auch wenn er ihn nicht einschlägt, die einzige Gnade verschafft, der er würdig zu werden vermag: nämlich den Marsch zu unterbrechen, den Impuls zu zügeln, der ihn dazu drängt, die klaffenden Risse in der Mauer der Notwendigkeit einen nach dem anderen zuzustopfen und damit sein Werk in demselben Augenblick zu vollenden, da er sein Gefängnis zuschließt; jene Gnade,nach der jede Gesellschaft begehrt, wie immer ihre religiösen Vorstellungen, ihr politisches System und ihr kulturelles Nievau beschaffen sein mögen; jene Gnade, in die sie ihre Muße, ihr Vergnügen, ihre Ruhe und ihre Freiheit setzt; jene lebenswichtige Chance, sich zu entspannen, loszulösen, das heißt die Chance, die darin besteht, in den kurzen Augenblicken, in denen es die menschliche Gattung erträgt, ihr bienenfleißiges Treiben zu unterbrechen, das Wesen dessen zu erfassen, was sie war und immer noch immer ist, diesseits des Denkens und jenseits der Gesellschaft: zum Beispiel bei der Betrachtung eines Minerals, das schöner ist als alle unsere Werke; im Duft einer Lilie, die weiser ist als unsere Bücher; oder in dem Blick – schwer von Geduld, Heiterkeit und gegenseitigem Verzeihen -, den ein unwillkürliches Einverständnis zuweilen auszutauschen gestattet mit einer Katze.”

(Claude Lévi-Strauss, TRAURIGE TROPEN, Originalausgabe 1955, deutsch 1978)

Ich denke, dass der Philosoph, Ethnologe, Anthropologe und Denker Lévi-Strauss, der mit dem Erfinder euer aller Beinbekleidung nicht verwechselt werden sollte, zum 100ten Geburtstag verdient hat, dass ihm auch ein Beitrag auf qype gewidmet wird und ich wollte ihn wirklich nicht in´s Museum für Völkerkunde stecken, denn da gehört er nicht hin.

Er hat unter anderen die Mato Grosso Region bereits und dort mit den Bororo Freundschaft geschlossen und ihre Sprache und ihre Bräuche, ihre Heiratsriten studiert und mit seinen Studien und Büchern dazu beigetragen, dass mit der überheblichen und kolonialistisch geprägte Betrachtung der unterentwickelten kulturlosen “Wilden”, also der Grundlage des allfälligen Rassismus ein wenig aufgeräumt wurde.

Und jetzt ist er verstorben in seinem 100ten Jahr.

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Wo die Schule versagt, geht das ganze Leben einen Nebenweg ist die Erkenntnis des Ikarus vom Lautertal.
Nur 4 Jahre durfte er zur Schule gehen, als der 1. Weltkrieg der Schulkarriere ein Ende setzte und er sich als Knecht verdingen musste.
Ein eigenartiger Kauz sei er, urteilte der Hausarzt 1929 fehl und er wurde in die psychiatrische Anstalt eingeliefert, von einer zur anderen weitergereicht und kam erst 1964 wieder frei. Seinen Lebensabend verbrachte er im Altersheim in Buttenhausen, er bekam eine kleine Werkstatt und durfte endlich die Flugapparate, die er Zeit seines Lebens entworfen hatte, auch bauen.

Im Jahre 1999 habe ich anlässlich einer Ausstellung in der Kunsthalle Hall/Tirol einen seiner Flugapparate gesehen.
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Faszinierend war er,der Flugapparat !
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Ich erwarb einen kleinen Katalog und werde daraus ein paar Bilder abfotografieren.
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Und ein paar Zitate des Flugradbauers werde ich noch heraussuchen.

Hier:
“Rückschau zur persönlichen Lebens-Bedingtheit
Was zur lebensentwiklung die Verhältnis-Knoten setzte , die den normalen Lebensumgang umbahnten u.die notgewordene Daseins-Entwiklung.
Gegeben der Eintritt in die Volksschule,das ganze 4te Schuljahr entfallen durch Krankheit,die doppelte halzoperation, bei der durch Eingriff und durch Schlafnarkose,die Sinnesorgan-Adern verletzt wurden, so die regelrechte Fortbildung zerrissen lag, durch den Krieg 1914 ein Entfall von guten lehrern,Kriegsinvaliden gaben nur noch Unterrricht, die Vorbildungsschule war nicht mehr erreichbar. Wo die Schule versagt, geht das leben einen nebenweg. Vom 5ten Schuljahr war ich sodann in Diensstellungen auf verschiedenen Gutshöfen, mit 18,200,150 und 400 Hundert Morgen. Letzterer war Kloster Untermarchtal, ökonomie der Vinzenz Schwestern Konkregation. Durch die Schwestern angestiftet ein ordensmann zu werden, mit den Worten:”Sie gebten doch ein so schönes Päterchen” entschloß ich mich hierzu.

…es wird der Ordenshabit in einer Feierstunde mit Umtausch der Weltkleider zugeteilt,es steht laut, man muß schon als Kandidat ein Schriftstück unterzeichnen,daß man alles gibt und tuht um Gottes Hort. Anspruchslos auf Lohn oder Vergütung, krankheits oder lebensversicherung, da kann nur ein Lebensunerfahrener hereinfallen,wie Ich !…
… Des Ordens Wohnmethode, hier auf den Einfältigen beziehend, wie weiß der Dumian,daß der mensch alle Stürme überstehende Wohnung braucht,darum schließen die Mönche sich in eine Art Festung sich ein, ihr Schutzbeispiehl, ein schützen sich gegen alle Weltstürme,Völker Geschlechtssitten,Tolleranten Geist, ihr Hauptinntresse, an dem beispiel dem Weltvolk zeigen, wie Gemeinsamkeit, Gemein vertragen Schaffen,Sorgen nützet,gesetzt als Allzeit erreichendes Vorbild. “

Erst heute habe ich den Katalog wieder gefunden. Deshalb wollte ich euch von ihm erzählen, dem Wassily hatte ich das schon vor einem Jahr zugesagt.
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Ach so, noch bis morgen gibt es im alten Kuhstall in Buttenhausen eine Werkschau.
Wer in der Nähe ist, möge sich das nicht entgehen lassen.
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oder keine Kunst ?
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Ja und er benutzt immer alle zur Verfügung stehenden Steine, die allerdings immer wieder von kunstbanausischen Anwohner vom Lager an der Dachrinne entfernt und entsorgt werden.

Aus der Steinenot wurde die kubistische Phase geboren.DSCF4902

Ich kann weiter berichten, dass das kunstpädagogische Konzept des Künstlers aufgegangen ist und nun mehrere ständige Zuschauer auch damit angefangen haben, am Turm mitzuwirken.

Vorsorgliches Exil für ein Denkmal !

Oh Gott, lieber Gott, lass Hirn regnen, es ist zu trocken !

Ich bin mir ja schon sicher, dass ich spätestens morgen ein Ticket in meinem Email-Briefkasten haben werde und dann wird der Beitrag zwangsgelöscht, weil es den Platz, den ich beschreiben will nicht mehr gibt und schon vor Erfindung des Internetzes nicht mehr gab.
Aber qype-Kollege “Leckeressenauch” hat mich an Mammele erinnert. Ja, ich kannte sie persönlich und ja, sie ist tot und ja, die Kneipe in der Neckargasse in Tübingen gab es tatsächlich jahrzehntelang und jetzt ist sie nur noch in der Erinnerung.

Sie kochte wunderbar, das Mammele und jeder, der hungrig oder mit Appetit zu ihr kam, ging gesättigt und/oder betrunken heim. Mit oder ohne bezahlen zu können, denn am Ausgang stand nur ein ” Kässle” und jeder zahlte, soviel, wie er konsumiert hatte oder zahlen konnte.
Sich Küssenden wollte sie nicht sehen und fragte diese dann, ob sie denn daheim kein Bett hätten.

Sie hat es geschafft, davon leben zu können bis dann eine bekannte Fischgarküche der Legende den Garaus machte.

Das hat das Mammele aber nicht wirklich aus der Ruhe gebracht, verlegte sie sich dann auf das Bekochen und Bebacken ihrer Tübinger Kneipenkollegen und machte abendlich ihre Runde.
Sie trug grundsätzlich high heels und war immer elegant gekleidet. Sie rauchte Spitze und hatte ihren kleinen emaillierten zusammenklappbaren Privataschenbecher dabei, der nach Bedarf in den ordinären Aschenbecher entleert wurde.
Getrunken hat sie ausschließlich Pernod und das dazu gereichte Wasser hatte eisgekühlt mit klickenden Würfeln zu sein.

Das Wichtigste war, dass sie ohne zu wackeln oder zu schwanken auf den Hochhackigen elegant aus dem Blickfeld des Publikums entschwinden konnte.
Wenn dies schwierig erschien, akzeptierte sie, untergehakt zu werden.
Sie konnte kochen und backen und alles und hatte ein Herz, das für viele gereicht hat. Frauen konnte sie eigentlich nicht leiden, aber manchmal machte sie auch eine Ausnahme.

Noch 10 und 20 Jahre nach der Schließung der Legende erreichten sie Postkarten von japanischen Professoren mit der Adressierung Mammele D 74.
Darauf war sie stolz und sie las die Postkarten ihrem Wellensittich (oder war es ein Kanarienvogel ?) und mir vor, während der Vogel
sein Sektbad nahm und ich auf die Vertupperung des von ihr gekochten Resteessens wartete.
Na ja, sie wollte mich nicht beschämen und tat immer so, als sei das Essen zufällig übrig geblieben sei und ich ihr doch bitte den Gefallen tun solle, den Rest abzuholen.

Das war der entscheidende Beitrag für meine Examensvorbereitung !

Sie konnte kochen und backen und alles !