Kunst


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Wo die Schule versagt, geht das ganze Leben einen Nebenweg ist die Erkenntnis des Ikarus vom Lautertal.
Nur 4 Jahre durfte er zur Schule gehen, als der 1. Weltkrieg der Schulkarriere ein Ende setzte und er sich als Knecht verdingen musste.
Ein eigenartiger Kauz sei er, urteilte der Hausarzt 1929 fehl und er wurde in die psychiatrische Anstalt eingeliefert, von einer zur anderen weitergereicht und kam erst 1964 wieder frei. Seinen Lebensabend verbrachte er im Altersheim in Buttenhausen, er bekam eine kleine Werkstatt und durfte endlich die Flugapparate, die er Zeit seines Lebens entworfen hatte, auch bauen.

Im Jahre 1999 habe ich anlässlich einer Ausstellung in der Kunsthalle Hall/Tirol einen seiner Flugapparate gesehen.
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Faszinierend war er,der Flugapparat !
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Ich erwarb einen kleinen Katalog und werde daraus ein paar Bilder abfotografieren.
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Und ein paar Zitate des Flugradbauers werde ich noch heraussuchen.

Hier:
“Rückschau zur persönlichen Lebens-Bedingtheit
Was zur lebensentwiklung die Verhältnis-Knoten setzte , die den normalen Lebensumgang umbahnten u.die notgewordene Daseins-Entwiklung.
Gegeben der Eintritt in die Volksschule,das ganze 4te Schuljahr entfallen durch Krankheit,die doppelte halzoperation, bei der durch Eingriff und durch Schlafnarkose,die Sinnesorgan-Adern verletzt wurden, so die regelrechte Fortbildung zerrissen lag, durch den Krieg 1914 ein Entfall von guten lehrern,Kriegsinvaliden gaben nur noch Unterrricht, die Vorbildungsschule war nicht mehr erreichbar. Wo die Schule versagt, geht das leben einen nebenweg. Vom 5ten Schuljahr war ich sodann in Diensstellungen auf verschiedenen Gutshöfen, mit 18,200,150 und 400 Hundert Morgen. Letzterer war Kloster Untermarchtal, ökonomie der Vinzenz Schwestern Konkregation. Durch die Schwestern angestiftet ein ordensmann zu werden, mit den Worten:”Sie gebten doch ein so schönes Päterchen” entschloß ich mich hierzu.

…es wird der Ordenshabit in einer Feierstunde mit Umtausch der Weltkleider zugeteilt,es steht laut, man muß schon als Kandidat ein Schriftstück unterzeichnen,daß man alles gibt und tuht um Gottes Hort. Anspruchslos auf Lohn oder Vergütung, krankheits oder lebensversicherung, da kann nur ein Lebensunerfahrener hereinfallen,wie Ich !…
… Des Ordens Wohnmethode, hier auf den Einfältigen beziehend, wie weiß der Dumian,daß der mensch alle Stürme überstehende Wohnung braucht,darum schließen die Mönche sich in eine Art Festung sich ein, ihr Schutzbeispiehl, ein schützen sich gegen alle Weltstürme,Völker Geschlechtssitten,Tolleranten Geist, ihr Hauptinntresse, an dem beispiel dem Weltvolk zeigen, wie Gemeinsamkeit, Gemein vertragen Schaffen,Sorgen nützet,gesetzt als Allzeit erreichendes Vorbild. “

Erst heute habe ich den Katalog wieder gefunden. Deshalb wollte ich euch von ihm erzählen, dem Wassily hatte ich das schon vor einem Jahr zugesagt.
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Ach so, noch bis morgen gibt es im alten Kuhstall in Buttenhausen eine Werkschau.
Wer in der Nähe ist, möge sich das nicht entgehen lassen.
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oder keine Kunst ?
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Ja und er benutzt immer alle zur Verfügung stehenden Steine, die allerdings immer wieder von kunstbanausischen Anwohner vom Lager an der Dachrinne entfernt und entsorgt werden.

Aus der Steinenot wurde die kubistische Phase geboren.DSCF4902

Ich kann weiter berichten, dass das kunstpädagogische Konzept des Künstlers aufgegangen ist und nun mehrere ständige Zuschauer auch damit angefangen haben, am Turm mitzuwirken.

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Es ist mir ein Bedürfnis, über Zero Reiko Ishihara einen Beitrag zu verfassen, obwohl ich ihr Atelier am angegebenen Ort in der Ostparkstrasse noch nicht besucht habe.

wordpress-sei-dank ist das auch für eine Veröffentlichung nicht notwendig.

Ich habe ihre drei Blutegelbilder bei der Aussstellungseröffnung der Galerie Wildwechsel  am 10.7.2009 gesehen und konnte gar nicht genau hingucken.

Ich erinnerte mich an eine Ausstellung im MMK mit sadomasogefesselten nackten Frauen.
Es war aber anders.
Ich wollte und musste doch genauer hinschauen und das abgebildete Gesicht hat mich fasziniert.

Schmerz hab ich darin gesehen und Hingebung.
Die Bilder gehen mir nach.
Seit ich sie gesehen habe, denke ich an sie. Das hat sich auch durch das Gespräch mit der abgebildeten bildenden Künstlerin nicht verwässert.

Es bleibt ihr echtes eigenes Blut.

Ich werde ihr Atelier besuchen und weiter berichten, aber bis dahin empfehle ich den Besuch der homepage.

In ihren Zeichnungen und auch den Skulpturen, die auf der homepage zu sehen sind, erkenne ich als Laiin (? richtig geschrieben ?) eine Verwandtschaft mit meinem Haus- und Hofkünstler Andreas Rohrbach, sei es auch nur eine Seelenverwandtschaft.
Das nur kann man auch weglassen.

Ein Hoch auf alle Seelenverwandten!

Ja, ich meine auch EUCH. richensa,hyke,lakritze,joulupukki,wassily,kraska,lenz,kormoran,deauville,eichi,hotzenplotz,musensohn,zorro,kixa

und wie ihr euch alle nennt und  nochmal

Zero Reiko Ishihara will  mit dem  Blut  nicht  provozieren und  es ist  auch  keine Effekthascherei .

Die AdK ist zum Einen eine private, staatlich anerkannt und geförderte Schauspielschule, macht aber auch zum Anderen eigene Produktionen.

Am 4.11.2008 ist die Premiere des Theaterstückes Der Tod und das Mädchen) von Ariel Dorfman, das von Roman Polanski in einem sehenswerten Psychodrama verfilmt wurde, Titel eines Streichquartetts von Franz Schubert ist, als Theatestück mit Glenn Close und Gene Hackman am Broadway Erfolg hatte und das nun von dem Deutsch-Chilenen Edmundo Lebrecht an der AdK in Ulm inszeniert wird.

Der Regisseur hat eine besondere Beziehung zu Ulm, musste sein Vater als junger Mann vor den Nazis aus Ulm flüchten und zum dem Thema des Stückes, wurde er unter der Pinochet-Diktatur in Chile verfolgt, verhaftet und gefoltert und kam durch das Engagement Ulmer Bürger aus chilenischer Gefangeschaft frei. Er lebte die letzten 20 Jahre vorwiegend in Chile und durch freundschaftliche Zufälle ergab sich diese Produktion unter seiner Regie in Ulm.

Die Ulmer sollten gespannt sein!

Früher befand sich hier die AEG Fertigungshalle ,also Gewerbe und jetzt eine Gewerbeentwicklungsgesellschaft namens ORCO GSG , also kein, respektive noch zu entwickelndes Gewerbe und vom 28.10.2008 bis 2.11.2008 findet dort “über den Dächern von Berlin” eine Ausstellung koreanischer und Berliner Künstler unter dem Titel Emerging Art Seoul-Berlin statt.

Es ist ja immer so, dass die Künstler kommen, wenn das Gewerbe pleite und weg ist und zu und nach den Künstlern kommen dann die Kreativen, die Werber und die Fabriketagen und -hallen heissen dann lofts und die sind oder waren (?) chic und die Mieten sind wieder teuer und das heisst dann Dienstleistungsgewerbe.

Und wenn die Ziegelsteinmauern sandgestrahlt und alles wieder belegt und teuer ist, dann darf die Kunst auf das Dach.

Mit von der Kunstpartie auf dem Dach sind:

aus
Seoul Berlin
Zik-Seong Jeong Tobias Hesse
Kang-Hoon Kang Herbert Mehler
Yu-Jin Kang Yukiko Terada
Ju-Hun Yim Silke Weyer
Jong-Seok Yuk

Haus 13 Treppe 5 Dachgeschoss ab 19 uhr

In dem futuristischen Gebäude, in dem sich auch der Cocoon Club befindet gibt es , jedenfalls vorübergehend einen Ausstellungsraum der Galerie kunstcoma namens U.F.O.

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Da findet vom 1.11.2008 bis 22.11.2008 die vom Kulturamt der Stadt Frankfurt geförderte Ausstellung der Galerie kunstcoma statt, die ihre “Los”Reihe: Herrenlos, Wortlos, Brotlos nun mit

Bodenlos

fortsetzen.

Zunächst zum Gebäude:

Das Gebäude sieht an sich schon sehr “spacig” aus mit den grünen Neonröhren und dem- an den entscheidenden Stellen – nackten Argonauten davor.

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Ich war zur Ausstellungseröffnung am 1.11.2008 da und wurde am eigentliche richtigen Eingang beim Argonauten von dem “valetparkeinweiser ” weggeschickt, ich solle rechtsrum zu einem anderen Eingang fahren.
“Recht so” dachte ich schon deshalb, weil ich mein ungeputztes Auto keinem “valeteinparker” zumuten wollte.

Also parke ich um´s Eck auf ausgedienten , also im Pflaster endenden Industriebahnschienen. Da gab es dann so einen weissen Plastikzeltanbau, der auch gerne für Schrebergärten oder Freilufthochzeiten genommen wird und der gerade befestigt wurde. Also frage ich den Handwerker: “Wo ist denn hier ein Eingang ?” und derantwortet:”Eigentlich am anderen Ende”, also da wo der Valetparkingwachmann stand und ich sag: “Oh, der hat mich grad hierher geschickt” und dann durfte ich ohne viel Federlesen durch das weisse Zelt reinschlüpfen und befand mich, ich erkannte es an den grossen Aschenbechern und den vielen Kippen auf dem Boden in der Raucherecke, die es früher auf den Schulhöfen gab, des Cocoon-Club ! Ich wurde dann angewiesen mit dem riesigen (!) Aufzug in den ersten Stock zu fahren. Ich mache es kurz, alle verglasten Eingänge zu den Laubengängen waren verglast und und auf allen drei Stockwerken verschlossen, ich also wieder runter durch den – um 20 Uhr natürlich leeren – Club und an der anderen Ecke des Gebäudes wieder in den Aufzug.

Insgesamt ein spacig-kafkaeskes Erlebnis mit den verschlossen Türen, der Dunkelheit, den Waschbetonmauern der fehlenden Beschilderung und der Innenhof des Gebäudekomplexes erinnerte an Alcatraz, es fehlten nur die Gefangenen, die an die Blechgeländer klopften.

Der Innenraum des dreieckigen Gebäudes ist mit einem, für Gletscherkühe kaum erklimmbaren Pflastersteinhügel versehen auf dem drei unmotivierte Palmen und einige lehnenlose Sitz-bzw. Liegeflächen um den Abluftkamin (?) des Cocoonparkhauses verteilt sind.

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zur Ausstellung Bodenlos:

Von den Exponaten der Ausstellung habe ich zig Bilder gemacht, die ich jetzt, entweder wegen meiner eigenen Unfähigkeit oder wegen Qypetechnikversagens gar nicht mehr hochladen kann.

Ich werde es nochmal probieren, als Ersatz beschreibe ich, wie beim Fussball im Radio:

Der Ausstellungsraum war, wie so oft bei Kunst, ein Zwischennutzungsding, hier zwischen zwei Mietverträgen mit richtigen, echten Büromietern und keine Künstlernutzung kurz vor Gebäudeabriss. Also Waschbetonwände und Fenster.

Es war eine Sammelausstellung verschiedener Künstler.

Ich bin wegen Andreas Rohrbach hingegangen, der einen Eichentisch mit Marmorwiesenstück vor einer Strickwand ausgestellt hatte.

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Dann gab es endlos viele ,lange schmale Leitern aus Sperrholz von Heather Allen, die ich extra für Herrn Kraska fotografiert habe und die höher und noch höher in´s Nichts ragten.

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Dann gab es gehäkelte Elefanten http://assets0.qype.com/uploads/photos/0053/6279/DSCF2461_thumb.JPG?24085   beim Staubsaugen der Berliner Chilenin Patricia Waller, einen sehr,sehr grüblerisch nachdenklichen überlebensgrossen Schimpansenhttp://assets0.qype.com/uploads/photos/0053/6283/DSCF2475_thumb.JPG?24085   mit lackierten Fussnägeln von Trevor Gould,der mir sehr gut gefallen hat, einen mit Buchsbaumblättern paillettenartig besetzten Babystrampler von Bea Emsbach und zwei von Yutta Safiens mit prilblumenartigen Tarnweben cocoonhaft umhäkelte http://assets1.qype.com/uploads/photos/0053/6280/DSCF2466_thumb.JPG?24085   Militärschlafsäcke ( einen türkischen und einen deutschen), die sich im Freien sicher noch viel besser gemacht hätten als in dem Ausstellungsraum.Dazu hab ich noch gelesen, dass die Häkelschnüre nach der Ausstellung als Frankfurter Beitrag einer langen Häkelschnur über den Bosporus eingebaut werden soll. Die Besucher dürfen wohl auch ein wenig mithäkeln.

Weiter waren noch zwei Waschbeckenhttp://assets1.qype.com/uploads/photos/0053/6260/DSCF2455_thumb.JPG?24085   zu sehen, die mit sahnetortenartigen Silikonröschen verziert waren (eines schwarz, das andere weiss) und goldene Sandkuchenformen, die, wenn ich nicht, irre von Silja Nordhoff stammen.

Daniel Wind ,der Österreicher aus Offenbach hatte Säulen ausgestellt, aber, ehlich, die sind mir gar nicht aufgefallen.

Trotz des Umstandes, dass das Catering wie immer bei solchen Veranstaltung nur aus Wasser (1 Euro), sehr mäßigem Rotwein (2 Euro) und Prosecco (?) bestand, kriegt die Veranstaltung natürlich die volle Punktzahl.

Ich möchte den Frankfurter Galeristen, sollte dieser Beitrag von einem solchen gelesen werden, an dieser Stelle mit auf den Weg geben:

Kauft billigen, aber sehr guten Wein in der Cantina Paolo Dettori ( EK: 1 liter 1,87 Euro) ,200 Brezeln (EK 60 cent) vom Bäcker Supp,   bestreicht dieselben frisch mit Butter und der Ausstellungskatalog ist schon finanziert, die Besucher bekommen kein Kopfweh und haben was im Magen und sind viel kauffreudiger…

Ich wollte schon seit Wochen einen Beitrag über Benno schreiben, habe es aber bislang nicht bis in sein Höchster Atelier geschafft.

Ich habe ihn an seinem axialen Drehpunkt kennengelernt.

Dieser hat die Koordinaten: 50 o 5` 24.05 `N 8 o 37` 50.44 `O
Wo könnte dieser zwischen Sachsenhausen und Höchst liegen ?
Da ist nur eine geringe Frankfurter Ortskenntnis oder etwas Gletscherkälbcheneinfühlungsvermögen erforderlich.

Es ist nur dem Link auf dem Drehpunkt zu folgen und schon sind in den vielen vielen Fotos drei Werke des Künstlers zu suchen und zu entdecken.

Also schon wieder ein qypebilderrätsel, das nunmehr 21te.

Also erst mal ein bischen raten, dann mach ich die entdeckten Fotos auf Benno`s Fotoleiste.

Als ich mich nun heute entschlossen hab, den Beitrag zu schreiben, bin ich nach kurzer BennoRecherchetätigkeit im Netz auf die Giraffe und auf Antikbuch 24 auf Folgendes gestossen:

Die Illustration des Kinderbuchs ” Fliegen soll er wie ein Drache” vom Benno, ein Textauszug :

Dies ist die Geschichte von Katjas gefährlicher Reise ins Sprachland. Wie konnte es geschehen, daß König Sinn an den Felsen Un geschmiedet wurde? Die bösen Sprachgeister haben den Blödel zum Putsch überredet, und Prinzessin Fantasie verlor all ihre Schönheit. In Sprachfetzen gekleidet irrt sie durch die Wüste. Jetzt herrschen die Wortklauber und Silbensieder, die Maulhelden und Satzdiebe, die Wörterwechsler, Schlagzeilenhersteller und Nichtssager. Das Sprachland und seine Bewohner sind in großer Not. Wer kann König Sinn befreien? Denn: “Fliegen soll er wie ein Drache!” Zustand: Leichte Gebrauchsspuren, gering berieben, gutes Exemplar
Frank, Karlhans: Fliegen soll er wie ein Drache : Eine fantastische Reise ins Land der Sprache. Mit Bildern von Benno Geisler. Edition Pestum. München : F. Schneider, 1986. 92 S. : zahlr. Ill. , 24 cm, gebundene Ausgabe mit orig. Umschlag, ISBN/ISSN/ISMN: 3505092312

Das hab ich mir natürlich sofort bestellt, wurde das Buch doch von Benno illustriert und scheint es mir wie für qype geschaffen.

Wortklauber und Silbensieder,Maulhelde und Satzdiebe, Wörterwechsler, Schlagzeilenhersteller und Nichtssager haben den König Sinn an den Felsen Un geschmiedet !

Damit sind wir gemeint! Die qyper!

Sprecht die Worte laut und lasst sie euch auf euren
qypegourmetzungen zergehen und in euren Ohren donnern, so laut wie die Züge über dem axialen Drehpunkt.

Ich werde das Buch lesen und mit den Zitaten manchen von euch noch quälen oder erheitern, wer weiss ?

Ich habe angefangen, das Buch zu lesen.

Der einzige Grund, warum das Kinderbuch im Jahre seiner Erscheinung nicht sofort ein Kinderbuchverkaufsschlager wurde und heute völlig in Vergessenheit geraten ist besteht darin, dass es einfach sprachlich zu anspruchsvoll ist.
Welche Gewachsenen geben schon zu, Kinderbücher zu lesen, wenn sie nicht grad zum Vorlesen verdonnert wurden ?

Heutzutage würde es wohl hauptsächlich als Hörbuch Interesse finden.

Damit ihr versteht, was ich meine, hier noch ein Ausschnitt:
“Was heißt denn dieses Po-statt Hauptstadt”? Ist das schon wieder so ein ungenießbares Sprachschnitzel?”
“Nein”erklärt die Spinne.”Das ist eine der wenigen Amtshandlungen von Blödel gewesen. Er meint,daß es nicht auf das Haupt ankommt beim Regieren, sondern auf den Po, mit dem man auf dem Thron sitzt. Blödel ist ja normalerweise nicht einfach blöd, sondern schön blöd. Wenn er früher, als noch der Sinn über ihm stand, mit der Wahrheit blödelte, war das meistens aufweckend witzig. Aber jetzt, wo das Blöde selbst die Wahrheit ist,ganz ohne Über- oder Hintersinn,ist´s nur noch traurig.”
“Das glaub ich” seufzt Katja.
“Der Blödel schämt sich auch für nichts mehr”, entrüstet sich die Spinne. “Er verkleidet sich nicht, er zieht überhaupt nichts über”.
“Also regiert hier der nackte Blödel”, meint Katja.

“Schlimmer!” erklärt die Spinne, “Ein nackter Blödel allein kann nicht regieren, Dann kommen die aus dem Dunkel ,die keiner will, und bestimmen. Der Sprachscnitzer hat alle Macht an sich gerissen.Er ist rücksichtslos,kennt weder Vorsicht noch Nachsicht, kennt nur Schnitzersicht und Schnitzersucht.”
…….

Durch`s Wortgerümpel huschen gefräßige Quiek- und Quasselratten,fressen vom Gift,tragen es wieder in die Stadt zurück.Überhaupt sickert das Sprachgift tief in den Boden,trübt das Wasser der Grundwahrheiten, quillt damit aus den Trinkwasserhähnen in jeden Morgenkaffee.

Auch die Luft ist geschwängert von stickigen Lügen ,Halbwahrheitenstaub, Dummheitenteilchen, Phrasengasgeschwadern und Beleidigungswolken. In solchem Klima gedeihen die stechenden Silben, die sirren wie Mücken ,wollen Katjas Blut saugen und saufen, ihr dafür sprachknabbernde Erreger impfen.”

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