November 2009


my lovely threesome

sind, wie der Name schon sagt, drei Musiker.

Sie sind lovely, also sehr nett.

Ich habe ihre Telefonnummern, also sind sie auch irgendwie “mine”.
Wer sind die drei ?

Also die Julia Pellegrini stammt aus Freiburg und hat einen Nachnamen, der an edles italienisches Mineralwasser erinnert.
Sie studiert in Mannheim Jazzgesang an der staatlichen Musikhochschule und macht dieses Jahr ihren Abschluss.

Deshalb habe ich die die qypeverortung auch auf die Adresse der staatlichen Musikakademie und nicht auf ihre derzeitige Studentenadresse in der Käfertalerstr.17 in Mannheim gelegt.

Ihre Stimme erinnert mich aber nicht an italian sparkling mineralwater, sondern eher an Diana Krall.
Super sag ich euch, sie hat es drauf !

Begleitet wird ihre Stimme von der electric/accoustik Gitarre mit Arthur Braitsch aus Rottweil, der das Studium an der Hochschule in Mannheim zwar hingeschmissen aber in L.A. (Los Angeles) weitergeführt hat und auch in der Band von cris Cosmo spielt und von Michel Fischer, dem Allgäuer aus Memmingen am Schlagzeug, der sein Studium in Mannheim bereits abgeschlossen hat.

Die drei “threesomes” sind super, sie sind professionell und machen gute Laune, sie sind loevly und wenn ihr sie gehört habt, sind sie euch…oder euer.
Selbst sagen sie über sich :
Können radiotaugliche Songs unbeschadet auf jazzige Sounds treffen? Kommt der treibende Bass tatsächlich aus der einfachen Akustik Gitarre? Können clubtaugliche Beats auch von einem simplen Percussion-Set produziert werden? Ja, ja und … ja! Auch wenn der Zuhörer staunt, dass hinter diesen klanglich ausgereiften Songs nur drei Leute stecken – bei My Lovely Threesome vereinen sich groovige Elektro-Beats gekonnt mit akustischen Sounds, trifft der jazzige Background der drei Spieler auf ihre Vorliebe für singbar grooviges Songmaterial. Die Kombination Gitarre, Percussion, Gesang ergänzt sich nicht zu wohlbekanntem Aktustik-Mainstream sondern kreiert mit Glockenspiel, Vocoder und dreistimmigem Satzgesang einen neuen sommerlich frischen Sound der sich im Rhythmuszentrum des Gehirns festsetzt. Und nicht mehr loslässt!

TRAURIGE TROPEN

Volle Qypeehrlichkeit: Ich war da noch nicht , aber Willi war schon da. Das liegt fast 30 Jahre zurück, aber ich erinnere mich, dass er von seiner Einbaumfahrt im basilianischen Regenwald , eine Anekdote zu erzählen hatte.

Die ging so:
Der touristischen Einbaumfahrer machte in der Wildnis Pause, ergötzte sich an der überbordenden Natur und kam sich vollkommen einsam und einzigartig vor und dann kam plötzlich hinter dem Baum ein (Lehrer)kollege hervor und sagte: “Ha Willi, du bisch jo au do !”

Das ist die Geschichte zu dem Platz oder einem Platz in der Nähe dieses Platzes und die Geschichte der bildungs- und welteroberungshungrigen deutschen Deutschlehrer der 70er Jahre und der Einstieg zu einem Beitrag über Claude Lévi-Strauss ,der am 28.11.2008 hundert Jahre alt geworden ist (ER LEBT ! s.u. Kommentare ) und der in den Siebzigern mit seinen “Traurigen Tropen” die Lehrer und Philosophen und Anthropologen und Studenten geradezu in den Dschungel trieb.

Und der letzte Satz der “Traurigen Tropen” ist der längste Satz, den ich je gelesen habe, fast auswendig kann und auf einer einsamen Insel ohne qype und sonstige Ablenkungen als Mantra laut vor mich hersagen würde und der so ziemlich alles beinhaltet, was noch zu sagen wäre, lautet so:

“Sowenig das Individuum in der Gruppe und eine Gesellschaft unter den anderen allein ist, sowenig auch ist der Mensch allein im Universum. Wenn der Regenbogen der menschlichen Kulturen endlich im Abgrund unserer Wut versunken sein wird, dann wird – solange wir bestehen und solange es eine Welt gibt – jener feine Bogen bleiben, der uns mit dem Unzugänglichen verbindet, und uns den Weg zeigen, der aus der Sklaverei herausführt und dessen Betrachtung dem Menschen, auch wenn er ihn nicht einschlägt, die einzige Gnade verschafft, der er würdig zu werden vermag: nämlich den Marsch zu unterbrechen, den Impuls zu zügeln, der ihn dazu drängt, die klaffenden Risse in der Mauer der Notwendigkeit einen nach dem anderen zuzustopfen und damit sein Werk in demselben Augenblick zu vollenden, da er sein Gefängnis zuschließt; jene Gnade,nach der jede Gesellschaft begehrt, wie immer ihre religiösen Vorstellungen, ihr politisches System und ihr kulturelles Nievau beschaffen sein mögen; jene Gnade, in die sie ihre Muße, ihr Vergnügen, ihre Ruhe und ihre Freiheit setzt; jene lebenswichtige Chance, sich zu entspannen, loszulösen, das heißt die Chance, die darin besteht, in den kurzen Augenblicken, in denen es die menschliche Gattung erträgt, ihr bienenfleißiges Treiben zu unterbrechen, das Wesen dessen zu erfassen, was sie war und immer noch immer ist, diesseits des Denkens und jenseits der Gesellschaft: zum Beispiel bei der Betrachtung eines Minerals, das schöner ist als alle unsere Werke; im Duft einer Lilie, die weiser ist als unsere Bücher; oder in dem Blick – schwer von Geduld, Heiterkeit und gegenseitigem Verzeihen -, den ein unwillkürliches Einverständnis zuweilen auszutauschen gestattet mit einer Katze.”

(Claude Lévi-Strauss, TRAURIGE TROPEN, Originalausgabe 1955, deutsch 1978)

Ich denke, dass der Philosoph, Ethnologe, Anthropologe und Denker Lévi-Strauss, der mit dem Erfinder euer aller Beinbekleidung nicht verwechselt werden sollte, zum 100ten Geburtstag verdient hat, dass ihm auch ein Beitrag auf qype gewidmet wird und ich wollte ihn wirklich nicht in´s Museum für Völkerkunde stecken, denn da gehört er nicht hin.

Er hat unter anderen die Mato Grosso Region bereits und dort mit den Bororo Freundschaft geschlossen und ihre Sprache und ihre Bräuche, ihre Heiratsriten studiert und mit seinen Studien und Büchern dazu beigetragen, dass mit der überheblichen und kolonialistisch geprägte Betrachtung der unterentwickelten kulturlosen “Wilden”, also der Grundlage des allfälligen Rassismus ein wenig aufgeräumt wurde.

Und jetzt ist er verstorben in seinem 100ten Jahr.